Es ist so weit... In meinem Bauch kribbelt's und meine Knie werden weich - ich präsentiere Euch den Anfang meiner Geschichte.
Hier habe ich bereits davon erzählt.
Die folgenden Auszüge stammen direkt vom Anfang der Story und ich hab Euch die Stellen rausgepickt, in denen einige wichtige Figuren (Familie und Freunde) vorgestellt werden. Handlungsmäßig ist noch nicht so viel drin, ihr bekommt lediglich einen Ausblick darauf was demnächst geschehen wird.
Kritik nehme ich gerne an, solange sie sachlich und in einem angemessenen Ton erfolgt. Wenn Euch etwas stört oder irgendwas nicht versteht, dann sagt's mir bitte. An den [...] seht ihr, dass zwischendurch Stellen ausgelassen sind, ich hoffe sie stören nicht beim Verständnis.. (Die Kursiv-gedruckten Orts- und Zeitangaben sind nur für euer Verständnis, da die Übergänge fehlen ^^)
Okay.. dann mal los...
Dicke Regentropfen plätscherten vom Himmel. Die Lawrence Street war übersät mit tiefen Pfützen und die graue Wolkendecke lag schwer über dem Himmel von Detroit.
„Warum Regen? Warum immer nur Regen? Es ist Dezember, da sollte es schneien.“ Missmutig wandte Ashley ihren Blick vom Fenster ab und ging zu ihrer Mutter Kristin in die Küche. Sie stibitzte ein Stück Paprika aus dem gemischten Salat, den Kristin soeben auf den Tisch gestellt hatte.
„Mum?“, fragte Ashley während sie noch an der Paprika knabberte, „ich wollte dir noch sagen, dass ich morgen Abend ausgehe.“
Kristin schien verdutzt: „Wohin?“
Ashley spürte, dass sie rot anlief: „Ins Kino.“ Um ihrer Mutter nicht direkt in die Augen sehen zu müssen und in der Hoffnung, nicht weiter ausgefragt zu werden, ging Ashley zur Treppe und rief ihre Geschwister herbei: „Evan! Jessica! Essen ist fertig!“
Doch kaum wandte sich Ashley wieder Kristin zu, fragte diese: „Du gehst aber doch wohl nicht ganz alleine ins Kino?“
„Nein, mit John.“, antwortete Ashley verlegen. Sie hatte eigentlich kein Problem damit, ihrer Mutter so etwas zu erzählen, aber Kristin war nun mal wie die meisten Mütter: Sie stellte für Ashleys Geschmack viel zu viele Fragen.
Ashley klopfte an die Tür zum Büro ihres Vaters: „Dad? Essen ist fertig.“ Im selben Moment lukte Ashleys kleine Schwester Jessica um die Ecke. „Von welchem John hast du gesprochen?“, fragte sie und ihr Grinsen verriet, dass ihr vor nicht allzu langer Zeit ein Eckzahn ausgefallen war.
„Wo ist Evan?“, fragte Kristin. „Er kommt“, sagte Ashley und deutete mit einer Kopfbewegung Richtung Treppe.
„Morgen!“, begrüßte Evan seine Familie, als er in die Küche geschlurft kam.
„Morgen? Es ist halb sieben abends“, entgegnete Lincoln, der Vater der Familie, amüsiert, da er gerade aus seinem Büro kam.
„Setzt euch“, bat Kristin und nahm Platz. Sie reichte die Salatschüssel herum und jeder nahm sich von der frischen Vorspeise.
„Guten Appetit“, sagte Lincoln und schon waren sämtliche Gabeln gefüllt und in den Mündern verschwunden.
„Also, Ashley: Von welchem John hast du gesprochen? Was hast du mit ihm zu tun?“, fragte die neunjährige Jessica neugierig.
„Das geht dich gar nichts an.“, meckerte Ashley.
„John Ferro“, murmelte Evan, der älteste der drei Geschwister.
„Halt den Mund!“, zickte Ashley.
Doch Jessicas Sirenen in Sachen Neugier schlugen Alarm: „Wer? Wer? Evan, was hast du gesagt?“ Sie zog ungeduldig am Ärmel seines Pullovers.
„Immer mit der Ruhe“, lächelte Kristin, um einen handfesten Streit zu vermeiden.
„Ich will aber...!“, jammerte Jessy, doch Lincoln unterbrach sie mit einem sanften Ton: „Jessica, Kinder die was wollen kriegen was auf die Bollen.“ Evan rollte die Augen: „Dad, das ist der totale Opa-Spruch.“
[…]
Ashley hatte ganz andere Sorgen. Sie kreuzte unter dem Tisch noch immer die Finger, dass ihre Mutter keine weiteren Fragen zu ihrem Date stellen und Evan dicht halten würde.
Doch es kam, wie es kommen musste und schon hörte Ashley ihre Mutter fragen: „Wo wolltest du also morgen hin, Ashley?“
Ashley hatte den Eindruck, Jessica bemühe sich, besonders leise ein Stück Paprika auf zu spießen und zu zerkauen.
„Wann?“, fragte Ashley also ganz scheinheilig.
„Na, Morgen. Du hattest doch gesagt, du gehst aus.“ Kristin war aufgestanden, nahm die Topflappen von einem Haken an der Wand und öffnete den Backofen. Die heiße Luft durchströmte den Essbereich und Ashley war sich nicht sicher, ob sich ihr Gesicht deswegen so warm anfühlte, oder weil sie schon wieder rot wurde.
„Ins Kino“, murmelte Ash, unsicher ob es für ihre Mutter laut genug gewesen war.
Doch Evan sprach als nächster: „Wohin?“
Ashley schaute ihrem Bruder in die Augen. Sie wussten beide, dass er ganz genau wusste, was Ashley für den nächsten Abend geplant hatte.
„Du solltest dir mal die Ohren waschen.“, sagte Ashley und versetzte Evan einen scharfen Blick.
[…]
Nach dem Abendessen:
Gelangweilt und ratlos, was sie heute noch tun sollte, blätterte Ashley in ihrem Terminkalender. Für den morgigen Tag waren zwei Notizen eingetragen.
Die erste lautete „Sarahs Geburtstagsparty, 19.30Uhr“, und die zweite war ein schlichtes Herz ♥ . Dieses Herz stand natürlich für das Treffen mit John; zu Sarahs Party würde sie also leider nicht gehen können.
Doch noch bevor sie einen weiteren Gedanken an die morgige Abendplanung verschwenden konnte, betrat Evan das Zimmer. „Hey, Ash. Lust auf 'ne Runde Need for Speed Undercover, ist ganz neu rausgekommen, hab ich mir grad im Laden gekauft.“
Ash musste lachen: „Deine Neigung zu Spontankäufen macht mir Angst. Warum hast du es dir nicht zu Weihnachten gewünscht?“
Evan hatte das Spiel bereits in die Konsole gelegt und murmelte etwas von „dauert zu lange“. Ashley ließ sich auf ein dickes Sitzkissen fallen, schnappte sich den zweiten Controller und spielte noch bis in den späten Abend mit ihrem Bruder das Videospiel.
Am nächsten Morgen
„Und, Ash, bist du schon sehr nervös?“
„Oh mein Gott, ja. Ich konnte kaum ruhig schlafen und die Zeit will einfach nicht vorüber gehen. Wie soll ich es bloß bis heute Abend aushalten?“
„Bleib locker. Du kannst dich glücklich schätzen, du triffst heute Abend John Ferro!“
Melanie und Ashley schlenderten vor der ersten Stunde durch die Gänge der Highland Park High School zu ihren Schließfächern.
„Hey Leute!“, rief eine fröhliche Mädchenstimme hinter ihnen. Ash und Melanie sahen sich um; Rebecca kam auf sie. Sie trug einen riesigen Stapel Bücher mit sich herum und schien abgehetzt, und trotzdem lächelte sie.
„Hey Becci“, begrüßte Ashley ihre Freundin, „was ist los? Warum hast du so viel Kram dabei?“
„Ach, die meisten von diesen Büchern muss ich zur Bibliothek zurück bringen. Die liegen schon seit einer Ewigkeit bei mir herum, aber jetzt vor den Ferien will ich sie doch lieber loswerden. Ich muss wahrscheinlich eh eine Strafgebühr zahlen.“ Sie lächelte matt.
„Kommst du heute Abend mit zu Sarah?“, fragte Melanie an Rebecca gewandt.
„Oh, na klar.“, antwortete Becci, „es wird bestimmt super. Ich hab gehört, sie hat sogar eine Band engagiert!? Hatte leider noch keine Gelegenheit sie selbst zu fragen.“
„Doch, das stimmt.“, warf Ashley ein, „es ist diese Band namens Boys, ihr wisst schon... Ein paar Jungs aus Evans Jahrgang haben sie gegründet und sie sollen echt gut sein. Evan wird deshalb auch zu Sarahs Party gehen – es ist ja ohnehin die halbe Schule eingeladen.“
„Evan wird auch da sein?“, fragte Mel mit strahlenden Augen.
Ashley wusste, dass Melanie auf ihren Bruder stand. Sie konnte es ihr nicht verübeln: Evan sah unheimlich gut aus, er war Baseballspieler und ein kleiner Charmeur. Nichts desto trotz versuchte Ashley stets, Melanie diese Schwärmerei auszureden. Ihr Bruder und ihre beste Freundin? Niemals! Und außerdem hatten Mel und Evan zwei so unterschiedliche Gemüter, Ashley konnte sich nicht vorstellen, dass eine Beziehung zwischen den Beiden lange halten würde.
Noch bevor Ashley jedoch Mels Hoffnungen eingrenzen konnte, pflichtete Becci ihr bei: „Er ist so heiß. Er hat bestimmt einen Traum-Körper, oder Ash? Ihr teilt euch doch das Zimmer!?“
Es war hoffnungslos. Ashleys gesamter weiblicher Freundeskreis war mehr oder weniger in Evan verknallt. Sie seufzte und rollte die Augen: „Naja, er hat halt ein Six-Pack, er ist ja auch Sportler. Na und?“
Ashley war froh, dass sie alle diese Mädchen kennen gelernt hatte, bevor Evan ein gutaussehender junger Mann geworden war oder generell bevor die Mädchen Evan gekannt hatten, ansonsten wäre sie sich vielleicht etwas ausgenutzt vorgekommen.
Kopf schüttelnd, aber trotzdem grinsend, packte Ash ein paar Bücher und die Sporttasche in ihren Spind.
„Hat er denn wirklich keine Freundin, Ash?“, fragte Rebecca neugierig.
„Nein, hat er nicht. Und frag bloß nicht wieso, ich weiß es nicht.“, antwortete Ash.
„Schon klar. Es ist mir trotzdem ein Rätsel, warum so ein süßer Typ noch nie eine Freundin hatte.“, überlegte Becci, während sie die Bibliotheks-Bücher für die Dauer des Unterrichts in ihr Schließfach legte.
„Er hatte schon mal eine Freundin, sie ist ein Jahr älter als wir. Stimmts, Ashley?“, plapperte Melanie.
Ashley war etwas verwirrt: „Du weißt aber ziemlich gut über meinen Bruder bescheid. Bist du etwa so eine verrückte Stalkerin?“
Die drei Mädchen hatten sich inzwischen auf den Weg zum Biologieraum gemacht.
„Stalken? Nein! Das ist bloß gesundes Interesse.“, kicherte Melanie.
„Oh ja, ein gesundes Interesse habe ich auch.“, lachte Rebecca.
[…]
Abends
Die Küche im Haus der Familie Parker bildete einen deutlichen Kontrast zum scheußlichen Wetter draußen: hier drin war es schön warm und die Lampen tauchten den Raum in ein fröhliches Licht, während Eltern und Kinder am Tisch saßen und sich das köstliche Abendessen schmecken ließen.
Evan verschlang mal wieder drei Portionen und erstaunlicherweise sah er danach noch immer nicht satt aus. Allein der leere Topf hinderte ihn daran, sich noch einen Teller zu füllen.
Dass Evan nicht dick wurde, wunderte allerdings niemanden. Er war der beste Baseballspieler der Schule und trainierte beinahe täglich. Evan war nun im letzten Jahr der High School und hatte sein Sportstipendium für die University of Michigan schon sicher um ab der nächsten Saison bei den Michigan Wolverines zu spielen.
Er hätte dann theoretisch noch immer zuhause wohnen können, aber er hatte schon oft angedeutet, sich dann eine eigene Wohnung zu suchen. Ashley wusste, dass es wohl nicht zuletzt daran lag, dass er dann sportliche College-Mädels abschleppen wollte und als wäre es dann nicht schon schlimm genug, dass er noch bei seinen Eltern wohnte, nein, die eine Hälfte seines Zimmers gehörte seiner jüngeren Schwester. Sie musste kurz schmunzeln bei diesem Gedanken, aber sie konnte Evan natürlich verstehen.
Trotzdem wurde ihr etwas mulmig, wenn sie daran dachte, dass er bald nicht mehr jeden Tag zuhause war – bei ihr war. Es waren nur rund zwanzig Kilometer, die sie trennen würden, und trotzdem bedrückte es sie, schließlich konnte sie ja nicht jeden Tag bei ihm vor der Tür stehen und auf eine Runde Play Station 3 hoffen.
Er würde dann sein eigenes Leben führen, neue Freunde und andere Hobbys finden. Vermutlich würde er sich nicht einmal mehr für so Kinderkram wie Videospiele interessieren. Der Sport würde sein Leben bestimmen und mit Sicherheit würde er sehr schnell eine feste Freundin finden, mit der er dann jeden Tag Zeit verbrachte …
So, das soll für's erste genügen - ist ja doch etwas lang geworden, aber ich dachte, ich mute Euch das mal zu, weil ja nur Personen vorgestellt werden...
Ich bin auf euer Feedback gespannt. Bitte nicht hauen! ;)
Ich verweise darauf, dass oben genannte Texte von mir selbst erdacht und verfasst wurden und dass das Urheberrecht/Copyright somit bei mir liegt. Unerlaubtes Kopieren oder Vervielfältigen ist nicht gestattet.